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Zu unserer letzten gemeinsamen Reise starteten wir am Mittwoch, dem 23. 9. 2009, von Wien Schwechat aus. Nach einem kurzen Flug mit Air Berlin landeten wir am Flughafen Berlin-Tegel. Von dort aus ging es vorerst in unser Hotel City Light, wo wir sofort mit der Hausordnung bekannt gemacht wurden. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel, und dem Bezug unserer schönen Zimmer, ging es abends in die Stadt. Am Alexanderplatz durften wir uns nach Belieben stärken und anschließend machten wir einen kleinen Stadtrundgang: vorbei ging es am Roten Rathaus, dann durchs Nikolaiviertel hinunter zur Spree, und entlang der Spree bis zum Berliner Dom. Danach - endlich ins Bett.
Donnerstag, 24. 9. 2009:
Der zweite Tag begann um 8 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet, bei dem wir uns für die ausführliche Stadtführung mit dem Schwerpunkt Berliner Mauer stärkten.
Die Berliner Mauer, welche in der DDR als „antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnet wurde, teilte 28 Jahre lang die heutige Hauptstadt Deutschlands. Der westliche Teil gehörte der Bundesrepublik Deutschland, der östliche Teil der Deutschen Demokratischen Republik an. Sie wurde 1961 errichtet um die „Republikflucht“ der Ostdeutschen vom Osten in den Westen zu verhindern. Insgesamt versuchten 5000 Flüchtlinge die Mauer zu überwinden, wovon über 200 mit dem Leben bezahlen mussten. Der Fall der Mauer konnte nur durch Druck der ostdeutschen Bevölkerung im Jahre 1989 erreicht werden.
Die Klasse besichtigte den längsten und bekanntesten Rest der Berliner Mauer im Bereich der Warschauer Straße am Spreeufer, der vor allem durch seine bunt bemalte und reichlich verzierte Fassade auffällt. Es ist ein wahres Kunstwerk und wird deswegen auch East Side Gallery genannt, bemalt von zahlreichen Künstlern aus aller Welt. Die farbenfrohe Mauer war der perfekte Hintergrund für unsere Erinnerungsfotos.
Anschließend besuchten wir die Bernauer Straße, wo letzte Reste der Mauer mit ihrem 4fachen Schutzwall zu besichtigen sind. Ein Besuch in der Versöhnungskapelle bildete den Abschluss unserer 3-stündigen Führung.
Dank unserem Führer, der uns sehr ausführlich über die Geschichte der Berliner Mauer informierte, können wir viele interessante Geschichten in Erinnerung behalten.
[Katja S., Claudio Sch.]
Danach führen wir mit dem Bus 100 – quer durch Berlin zum Kurfürstendamm, wo wir genügend Gelegenheit hatten zu essen und einzukaufen.
Abends ging es nach einer kurzen Rast im Hotel zu den Hackeschen Höfen und deren Umgebung.
Freitag, 25. 9. 2009:
Nach dem Frühstück ging es in die Stadt, vorbei am Holocaust Mahnmal in der Nähe des Brandenburger Tores zum Science Center Medizintechnik – Otto Bock Haus in der Eberthstraße. Die Architektur des OTTO-BOCK HAUSES - in prominenter Lage zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz gelegen - bietet einen weithin sichtbaren Blickfang in der Mitte Berlins.
Das Unternehmen Otto Bock wurde 1919 in Berlin gegründet. Otto Bock erzeugt Prothesen und ist auf diesem Gebiet Weltmarktführer.
Wir besuchten die Ausstellung „Begreifen was uns bewegt“.
Hier laden interaktive Installationen zu spielerischem Entdecken, Erleben und Verstehen der Bewegungsvorgänge des menschlichen Körpers ein.
Das Hauptthema der ersten Ebene ist GEHEN und GREIFEN; es macht bewusst, welchen Stellenwert Bewegung für jeden von uns im Alltag hat.
Im zweiten, abgedunkelten Bereich erlaubt uns ein Medientisch einen Blick unter die Haut zu werfen. Es kann die Anatomie des eigenen Körpers beleuchtet werden und wir sehen unsere Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen.
In der dritten Ebene lässt sich ausprobieren, wie Bewegungen der eigenen Arme elektrische Muskelspannungen erzeugen und eine Prothese steuern. Die jüngste Erfindung von Otto Bock ist ein gedankengesteuerter Arm. Ein technisches Verfahren, das im Inneren der Prothese zu Anwendung kommt, setzt gedankliche Befehle direkt in Bewegung um.
Unser besonderes Interesse fand ein Rollstuhl, den wir versuchten mit unseren Armen durch eine virtuelle Stadtlandschaft zu steuern.
[Mimi G., Andrea P.]
Nach einem Gang über den Potsdamer Platz besuchten wir die Ausstellung „Topographie des Terrors“.
Diese Freiluft-Ausstellung ist als Projekt zur Aufarbeitung und Dokumentation des Terrors der Nationalsozialisten 1987 ins Leben gerufen worden. Auf dem Ausstellungsgelände zwischen Prinz-Albrecht-Straße und Wilhelmstrasse befanden sich von 1933 bis 1945 die Zentralen der wichtigsten Institutionen nationalsozialistischer Verbrechenspolitik.
In räumlicher Nähe zum traditionellen Regierungsviertel etablierte sich in der ehemaligen Kunstgewerbeschule 1933 das Gestapo-Amt, 1934 die SS-Führung und ab 1939 das Reichssicherheitshauptamt (RSHA). Das benachbarte Hotel Prinz Albrecht diente als Sitz der Reichsführung-SS und der Sicherheitsdienst (SD) der SS war im Prinz-Albrecht-Palais untergebracht.
Auf engem Raum entstand somit das eigentliche Regierungsviertel des SS-Staates, mit der nun auch räumlichen Verschränkung der Regierungsinstitutionen war der totalitäre Staat endgültig geschaffen. Hier trafen Machthaber grundlegende Entscheidungen über die Verfolgung politischen Gegner, die "Germanisierung" eroberter Gebiete sowie den Holocaust, dem Völkermord an 6 Millionen europäischen Juden. Es gibt keinen Ort auf der Welt, an dem in gleichem Ausmaß Terror und Mord geplant und organisiert wurden.
Für mich veranschaulichte die Ausstellung eindrucksvoll die Repressionspolitik im Nazistaat. Außerdem dokumentierte sie interessant sowie erschreckend, wie institutionell organisiert die Terrorherrschaft über ganz Europa, allem voran der Holocaust, war. Ein neues Dokumentationszentrum, welches die provisorische Freiluftausstellung 2010 ablösen soll, befindet sich derzeit in Bau.
[Viktor W.]
Unsere Mittagspause verbrachten wir beim Check Point Charly, der zur Zeit des Eisernen Vorhangs schwer bewacht, als Fußgängerübergang zwischen Ost- und Westberlin diente. Wie viel Sehnsucht, Wiedersehensfreude und Abschiedsschmerz hier über Jahrzehnte herrschten, kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Die Mauer gibt es nicht mehr, im ehemaligen Grenzbereich existieren Wohnhäuser und Geschäfte, es herrscht reges Treiben. Nur das kleine Wärterhäuschen mit den für Touristen posierenden amerikanischen Soldaten und die Hinweistafel „Sie betreten den amerikanischen Sektor“ –erinnern noch an diesen einst schicksalsträchtigen Ort.
Den Nachmittag verbrachten wir im sehr interessanten Jüdischen Museum.
Dieses Museum bietet beeindruckende Informationen über das Schicksal der Juden, angefangen bei den Pogromen im Mittelalter bis hin zum Terror durch das NS-Regime. Außerdem gibt es auch viel über die jüdische Gemeinschaft und Religion im Allgemeinen zu sehen und zu lernen.
Sehr beeindruckend war der Holocaust-Turm. Dieser stellt einen kleinen, nicht symmetrischen und sehr hohen Raum dar, in den nur durch einen winzigen Schlitz in der Wand etwas Licht fällt. An der Wand gibt es eine Leiter, die aber gerade so hoch angebracht ist, dass kein Mensch sich zu ihr hochziehen kann. Ansonsten gibt es in diesem dunklen Raum absolut nichts, wodurch ein äußerst beklemmendes und geradezu beängstigendes Gefühl in wohl jedem hochsteigt.
In dem Museum könnte man wahrscheinlich getrost einen ganzen Tag verbringen, weil es derart abwechslungsreich gestaltet ist, dass der Besucher immer beschäftigt ist und keine Langeweile entstehen kann. Leider aber ist die Ausstellung so umfangreich, dass wir in zwei Stunden gar nicht alles betrachten konnten.
Trotzdem hat uns allen das Museum sicherlich gut gefallen, denn wie anders wäre es möglich, dass eine Horde Schüler länger in einem Museum bleiben will als unbedingt nötig?
[Anna F.]
Das Abendprogramm war der Kultur gewidmet. Die SchülerInnen konnten zwischen einer Theatervorstellung der Berliner Volksbühne im Prater, in der Kastanienallee/Prenzlauer Berg oder einem Gitarren Jazz Konzert im Jazzlokal B-flat wählen.
Freitagabend besuchte eine kleine Gruppe von 5 Leuten, Nadia, Dolores, Barbara Esther und Prof.Aumann, das bekannte Berliner Theater, die Volksbühne. Das Stück hieß „Die Massnahme/Mauser“ von Berthold Brecht und Heiner Müller und wurde von Frank Castorf inszeniert. Das Stück setzte sich mit dem Tod während Zeiten der Revolution auseinander und stellt die Fragen “Wofür ist es wert zu sterben und wie viel Rücksicht muss man nehmen?
Das Bühnenbild war einfach, aber schön, und es gab ein großes Orchester sowie einen Chor, der die Schauspieler unterstützte.
[Esther J.]
Der Großteil der 8A Klasse besuchte das Jazz-Lokal „B-Flat, gemeinsam mit Prof.Germ. Das bekannte Jazzlokal wurde von Architekt Claudius Pratsch stilvoll eingerichtet und bildet ein passendes Gesamtbild mit der dort dargebotenen Musik. Wir wollen erwähnen, dass in diesem, aus der Musik-Szene Berlins nicht wegzudenkendem Lokal, schon Größen wie Mal Waldron, Brad Mehldau, Aki Takase auftraten. Die Band welche wir hörten und sahen setzte sich aus 2 Gitarristen, einem Bassisten und einem herausragendem Schlagzeuger zusammen, welche sogar nicht Jazz Begeisterte überzeugten und uns allen einen schönen Abend bereitete.
[Paul K., Lukas K.]
Samstag, 26. 9. 2009:
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Brandenburger Tor und besichtigten das Regierungsviertel.
Es liegt mitten in Stadt, direkt an der Spree. Besuchermagneten sind ohne Zweifel das Gebäude des Reichstags mit seiner gigantischen Kristallkuppel, die schon von Weitem sichtbar ist, sowie das von Axel Schultes 2001 erbaute, auf der anderen Seite des Spreebogens gelegene Bundeskanzleramt. Weiters sind das Paul-Löbe-Haus zu nennen welches nur einen Steinwurf vom Reichstag entfernt liegt und die Funktion eines Parlaments einnimmt, sowie die Schweizer Botschaft, die als einziges Gebäude den zweiten Weltkrieg überlebt hat. Das gesamte Areal ist von großen Grünflächen, wie dem "Platz der Republik" oder dem "Spreebogenpark" umgeben, die eine gewisse Ruhe zu vermitteln versuchen.
[Jan P.]
Nach dem Regierungsviertel war unser nächstes Ziel Berlins historische Mitte. Wir starteten den Rundgang beim Brandenburger Tor am Pariserplatz.
Das Brandenburger Tor ist das einzige erhaltene Stadttor Berlins und wurde in den Jahren 1788 bis 1791 im frühklassizistischen Stil errichtet. Das Brandenburger Tor war symbolträchtiger Teil der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin und gilt heute als „das“ Wahrzeichen Berlins. Vom Pariserplatz führt die Straße „Unter Den Linden“ Richtung Osten. Sie ist die zentrale Prachtstraße Berlins und verläuft vom Brandenburger Tor 1,5 km in östlicher Richtung bis zur Spree. Hier liegt auch die Humboldt Universität , die älteste der Berliner Hochschulen, die im Jahr 1810 den Lehrbetrieb aufnahm.
Der Gendarmenmarkt wird oft als „schönster Platz Berlins“ bezeichnet. Das zentrale Gebäude ist das Konzerthaus, und an der Nordseite steht der Französische Dom und auf der Südseite der Deutschen Dom. Der Gendarmenmarkt wurde am Ende des 17. Jahrhunderts erbaut, doch den heutigen Namen trägt er erst seit Ende des 18. Jahrhunderts.
[Simon M.]
Später an diesem Donnerstag Nachmittag besuchten wir die einstige Untersuchungshaftanstalt Berlin- Hohenschönhausen. Unser Führer, ein ehemaliger Insasse zeigte uns die einzelnen Abteilungen, Räume und Zellen, begleitet von Erzählungen seiner persönlichen Geschichte. Uns wurden deutlich die verschiedenen Foltermethoden erläutert, sei es nun Gefangenschaft im engsten Raum, totale Finsternis, Folter durch Wasser oder auch die vollkommene Stille, die sich über die Anstalt zu legen pflegte, für unseren Führer, die am meisten gefürchtete Methoden.
Es war wohl für alle ein sehr erschütternder, wie auch einprägsamer Tag, denn zumindest uns schienen die schauderhaften Ereignisse die sich damals abgespielt haben müssen, noch nie so real und klar wie auf dem Boden, wo sie einst tatsächlich erlebt wurden.
[Nadja Sch., Dolores L.]
Ein Berlinbesuch ohne Theaterbesuch ist für Prof. Aumann nicht vorstellbar. So besuchte die ganze Klasse Samstag Abend die Vorstellung „Die Nibelungen“ von Friedrich Hebbel, in der Schaubühne am Lehninger Platz.
Dieses für mich zweite Theaterstück war eine moderne Inszenierung des Nibelungenliedes. Das Bühnenbild war sehr einfach und bestand ausschließlich aus breiten Stufen, die Schauspieler trugen Alltagskleidung. Die Geschichte der Nibelungensage kennt fast jeder, sie war dem Original recht treu, nur das Ende war verschieden. Der zweite Akt war spannender als der erste; er fiel vor allem durch das viele Theaterblut während der Schlacht auf. Das Stück war beeindruckend und dauerte 3 Stunden lang, die sich aber lohnten.
[Esther J.]
Die Schaubühne Berlin ließen wir uns auf unserer Klassenreise nicht entgehen.
Wir sahen Friedrich Hebbels deutsches Trauerspiel „Die Nibelungen“.
Marius von Mayenburg, der Hausautor der Schaubühne, inszenierte es mit einer jungen Schauspielertruppe sehr puristisch und äußerst unspektakulär, sodass es mich besonders vor der Pause mehr an eine Lesung erinnerte.
Später wurde es etwas actionreicher, als zum Beispiel Hagen mit einer Axt einen Tisch zertrümmerte, der ein Schiff darstellen sollte. Besonders sehenswert fand ich die letzte Szene, jene des Gemetzels, die mit literweise Theaterblut meiner Meinung nach sehr gelungen ist und ein schönes Abschlussbild gegeben hat.
[David Z.]
Sonntag, 27. 9. 2009:
Der Tag der Bundestagswahl und unserer Heimreise.
Wie jeden Tag frühstückten wir um 8 Uhr und mussten bis 10 Uhr unsere Koffer und Taschen gepackt haben. Anschließend führen wir mit der U8 zum Alexanderplatz und von dort mit dem Bus 100, den Prachtboulevard „Unter den Linden“ entlang bis zum Haus der Kulturen. Von dort aus machten wir bei herrlich warmem Herbstwetter eine Schifffahrt auf der Spree, bei der wir noch einmal viele Sehenswürdigkeiten an uns vorbeiziehen lassen konnten. Alle genossen diese Spreefahrt sehr, und wäre es beim Kartenspielen. Auch die niedrigen Brückendurchfahrten beeindruckten uns.
Alle genossen die Fahrt und knipsten noch reichlich Fotos.
Nachdem Mittagessen, holten wir unser Gepäck und fuhren zum Flughafen Tegel. Berlin wird uns allen in schöner Erinnerung bleiben. Wir alle haben die Tage sehr genossen, die leider viel zu schnell vergangen sind.
[Jacqui V., Babsi T.] |