Am Morgen des 15. Mai 2010 trafen eine Lehrerin, 1 Lehrer sowie zwei Schülerinnen und zwei Schüler aus Izmir in Wien ein. Gleich die erste überraschung für unsere Gäste waren die "tiefen" Temperaturen (um die 10 °C) in Wien, in Izmir waren es 30 °C.
Die ersten beiden Tage standen ganz im Zeichen des Kennenlernens unserer Stadt, leider immer wieder durch Regengüsse gestört. Samstäglicher Höhepunkt war sicher die Fahrt mit der Ringtram, Sonntag die Besuche im Belvedere und im Hundertwasserhaus.
Am Montag konnten unsere Gäste die Schule kennen lernen und an diversen Unterrichtseinheiten teilnehmen, ehe wir zur Besichtigung des Schlosses Schönbrunn und zum nachmittäglichen Naschen im Schokolademuseum aufbrachen.
Am Dienstag machten wir uns an den Vergleich unserer Sozialsysteme und nach einer ausgiebigen Mittagspause stand österreichische und türkische Landesgeschichte auf dem Programm. Ein regenfreier Spätnachmittag ermutigte uns zur Fahrt auf den Kahlenberg, wo wir einen schönen Ausblick über Wien hatten und die Gedenkstätten der 2. Türkenbelagerung besichtigten.
Der Mittwoch stand im Zeichen der Diskussion über die (unterschiedlichen) Erziehungsformen in der Türkei bzw. in österreich. Ein Besuch im Heeresgeschichtlichen Museum mit Führung zum Thema "Türkenkriege" interessierte unsere Gäste besonders und sie freuten sich, ein Zelt aus dieser Zeit noch erhalten zu sehen. Mit unzähligen Fragen stellten sie das Wissen der Führerin gründlich auf die Probe. "Zur Belohnung" und nahezu ohne Regen, aber mit viel Wind fuhren wir an den Neusiedler See, wo wir in der Mole einen "Mohr(en) im Hemd" aßen.
Am Donnerstag stand "Handwerkliches" auf dem Programm – die mit Letten, Litauern und österreichern geformten Fußabdrücke aus Ton wurden in den Nationalfarben bemalt.
Interessant verlief die Diskussion zum Thema "Beitritt der Türkei in die EU: ja oder nein". Nicht repräsentatives Ergebnis: weder die Türken noch die österreicher wollen einen solchen.
Nach einer Abschiedsjause mit Sachertorte und Topfentorte (mit Schlag - den gibt’s in der Türkei nicht!) und einer Feedbackrunde beendeten wir den offiziellen Teil in der Schule. Nachmittag standen Donauinsel, Donauzentrum und Prater auf dem Programm. Um 18.30 schließlich drehten wir noch eine Runde mit dem Riesenrad.
Bereits um 6 Uhr mussten wir uns am Samstag von unseren Gästen verabschieden, nicht ohne weitere Treffen zu vereinbaren! Vor allem natürlich in der Türkei, bei den derzeitigen Temperaturen in Wien verständlich oder?
Text: Mag. Michael Strobl |