COMENIUS-Treffen in İzmir (21. - 26. 2. 2010)


Mutter Marias Todesstaette

Frisch zurückgekehrt aus dem “türkischen Winter”

 

Zu Beginn liegt es uns am Herzen die Vorurteile gegenüber der Türkei und ihren Bewohnern abzubauen. Zugegebenermaßen fuhren auch wir (Dominik Theiner, Helene Dallinger, Katharina Sasshofer, Matthias Englisch, Prof. Michael Strobl) mit gemischten Gefühlen und Erwartungen nach Izmir. Gleich der herzliche Empfang am Flughafen und die überwältigende Gastfreundschaft hinterließen positive Gefühle bei uns.

Unser erster Kontakt mit dem Kız Lisesi (und seinen Schülerinnen und Schülern) beeindruckte uns aufs Neue: ein altes, ehrwürdiges Schulgebäude (stammt aus 1923) mit aufgeschlossenen, weltoffenen Menschen. Beim Blick aus den Fenstern sieht man aufs Meer! Alle Schülerinnen und Schüler tragen Schuluniformen und statt der Glocke wird mit Musik zur Pause bzw. zum Unterricht gerufen. Bei durchschnittlich18 Grad Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein mitten im türkischen Winter! Der Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern war schnell hergestellt, wir verständigten uns mit Deutsch (dort als 2. lebende Fremdsprache) und Händen und Füßen!
Am ersten Nachmittag tauchten wir in die 4-Millionen-Stadt İzmir ein. Wir wagten einen Blick von oben auf das rege Treiben, die Menschentrauben und Autoschlangen, die sich durch die Stadt wälzten, besichtigten das Zentrum (Konak, Uhrturm,  Kızlarağası Hanı, Hisar Camii, ….) und tranken unseren ersten Salep (= heißes Milchgetränk mit Zimt). Doch das sollte erst der Anfang der „überwältigenden Genussexplosion“ (Zit. Dominik T.) an türkischen Spezialitäten sein. Weiters konnten wir bei jeder Gelegenheit das frische Obst und Gemüse aus der hiesigen Region essen. Orangen und Mandarinen einmal sogar direkt aus der Plantage.
Inhaltlich arbeiteten wir an unserem Projekt weiter und diskutierten die unterschiedlichen Sichtweisen zur Türkei und zu Österreich bzw. zur EU. Wir stellten fest, dass die Menschen wesentlich weltoffener und toleranter sind als wir Österreicherinnen und Österreicher es erwarteten. In der Türkei sind von den über 70 Mio. Einwohnern rund 15 Mio. Jugendliche. Deshalb hat deren Bildung und Erziehung höchsten Stellenwert. Nur etwa ein Viertel der jährlich zum Studium drängenden 2 Mio. bekommen auch einen Platz an einer Universität. Entscheidend dafür sind die Ergebnisse von nationalen Prüfungen. Dementsprechend lernen die 18-Jährigen fast rund um die Uhr. Darüber hinaus fungierten wir als Native Speaker in diversen Deutschstunden!
Seitens der betreuenden Lehrerinnen und Lehrer wurde uns ein interessantes und abwechslungsreiches Besichtigungs- und Kulturprogramm geboten. So machten wir eine Ganztagesfahrt noch Ephesos (mit dem Besuch der antiken Stadt und des Sterbehauses der heiligen Maria, aßen in einem Nomadenzelt am Boden sitzend und besuchten das Bergdorf Sirinice. Den weiteren Tagesausflug verschaffte uns indirekt die (am Montag streikende) Lufthansa, weil sie uns die Rückflüge nicht bestätigte. Also fuhren wir am Donnerstag nördlich von İzmir nach Foca, einem Fischerdorf mit weit in die Geschichte zurück reichenden Bezügen. Mittlerweile ist an der sehr abwechslungsreichen Küste ein neues Dorf gleichen Namens entstanden. Unser Dominik war ja mit dem Vorsatz in die Türkei gefahren im Meer zu schwimmen. Das tat er dann auch in einer kleinen Bucht unter den Anfeuerungsrufen aller Teilnehmer. Allerdings nur rund zwei Minuten, hatte doch das Wasser kaum mehr als 12 Grad.
In den Familien lernten wir viele unterschiedliche Freizeitaktivitäten kennen, eine, die wir alle gemeinsam unternahmen, war der Besuch des Thermalbades in Balcova.
Viel zu schnell verging die Woche. Es entstanden Freundschaften und viele neue Erkenntnisse auf beiden Seiten. Eines wissen wir ja: beim Gegenbesuch der Schüleerinenn und Schüler Mitte Mai müssen wir uns sehr anstrengen, um ihnen Ähnliches zu bieten, was wir erlebt haben!

 

 


Text: Die Türkei-Heimkehrer/innen


Blick aus der Schule

Stadtzentrum

Blick von der Schule aus

Der hoechste Punkt der Stad

Helene als Saeulenhaelterin in Ephesos

Eine Einkaufsstrasse

Einkaufsstrasse

Erster Salep

Fahrt mit dem Asansoer (Lift)

Foca

Gruppenfoto in Foca

Im Bergdorf Sirnice

schwimmen

Schueler beider Laender

Letztes Mittagessen

Der Denker

Vor dem Sterbehaus Marias